Gehirnjogging ist der neueste Trend. Angekurbelt wird er durch eine Menge Computerspiele, die mittlerweile erschienen sind. Aber Sie brauchen wirklich keinen Computer oder andere elektronische Geräte, um Ihre grauen Zellen auf Trab zu bringen. Wir stellen Ihnen7 Bewegungs- und Denkspiele vor, mit denen Sie geistig topfit werden und bleiben – und Spaß machen diese Übungen außerdem.
Wenn Sie einen Muskel nicht trainieren, verkümmert er mit der Zeit. Das haben Sie vielleicht schon einmal am eigenen Leib erfahren, wenn Sie zwei oder drei Wochen bettlägerig waren und dann zum ersten Mal wieder aufstehen durften. Sie waren dann sehr wackelig auf den Beinen und konnten nur mit Mühe gehen. Vergessen wird gerne, dass dies auch für unser Gehirn gilt. Es verhält sich ähnlich wie ein Muskel: Wird es nicht beansprucht, verkümmert es. Das bedeutet aber auch: Werden die grauen Zellen gefordert und gefördert, bleiben sie aktiv und stark. Dann sind Sie auch im hohen Alter noch in der Lage, klar zu denken, sich an vieles zu erinnern und die mentalen Herausforderungen des Alltags souverän zu meistern.
Ihr Gehirn braucht Training – nur so bleibt es fit
Leider werden die meisten Menschen mit dem Alter passiv. Sie vergessen, dass ihr Gehirn trainiert werden muss. Diese Passivität ist der größte Feind Ihres Gehirns. Fit kann es nur bleiben, wenn es angespornt wird, sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen. Da reicht schon der Kontakt mit anderen Menschen oder eine angeregte Diskussion. Noch besser aber ist es, Sie trainieren Ihr Gehirn gezielt.
Marianne und Michaels Tipp
Durchbrechen Sie Ihre Routine, konfrontieren Sie Ihr Gehirn mit Neuem. Das geschieht am einfachsten mit Denkaufgaben. Sehr beliebt zurzeit sind die Sudoku-Zahlenrätsel, die es in verschiedenen Schwierigkeitsstufen gibt. Forschungen haben ergeben, dass das regelmäßige Lösen von Sudokus sogar vor Alzheimer schützen kann. Aber auch Bewegungsabläufe Ihres Körpers regen Ihr Gehirn an: Es muss die Bewegung koordinieren – je komplizierter, desto besser.
Für alle Denksportaufgaben gilt: Hauptsache, Ihre grauen Zellen bleiben in Bewegung. Am besten ist eine Kombination aus Körper- und Denkübungen vor, die Sie geistig fit halten. Machen Sie diese regelmäßig, am besten jeden Tag. Sie werden schnell merken, wie Sie dabei immer besser und schneller werden.
Sieben effektive Gehirn-Übungen
Zähneputzen einmal anders: Die Lieblingsübung von Marianne und Michael. Nehmen Sie beim Zähneputzen Ihre Zahnbürste in die andere Hand. Nutzen Sie normalerweise die rechte Hand, wandert die Zahnbürste nun in die linke – oder umgekehrt. Sie werden sehen, das ist total ungewohnt und Sie stellen sich sicherlich erst einmal recht ungeschickt an. Und wenn Sie zu zweit Zähne putzen, dann werden Sie beim Anblick Ihres Partners, wie er mit der Zahnbürste „kämpft“, richtig Spaß haben. Ihre grauen Zellen haben ebenfalls viel Freude an dieser Übung, denn wenn Sie gewohnte Tätigkeiten verändern, dann zwingen Sie Ihr Gehirn dazu, neue Reize zu verarbeiten und letztendlich fitter zu werden.
Fingertippen: Gerade kleine Dinge machen Ihr Gehirn fit. Tippen Sie daher einfach zwischendurch immer wieder mit dem rechten Daumen auf die Spitzen der rechten Finger. Vom Zeigefinger bis hin zum kleinen Finger und wieder zurück. Fangen Sie langsam an und steigern Sie das Tempo. Das Gleiche machen Sie dann mit der linken Hand. Profis können beide Hände gleichzeitig benutzen – oder gegengleich tippen. Dafür fangen Sie rechts an – und beginnen links erst, wenn Sie sich mit der rechten Hand schon wieder auf dem „Rückweg“ befinden. So trainieren Sie Ihre Konzentration und Koordination.
Treppe rückwärts gehen: Diese Übung sollten Sie nur machen, wenn Sie wirklich fit auf den Beinen sind und Ihre Treppe ein stabiles, festes Geländer hat, an dem Sie sich gut festhalten. Gehen Sie die Treppe einmal rückwärts hoch. Sie werden merken, wie ungewohnt dieser Bewegungsablauf ist – so schulen Sie Ihre Koordination und verbessern die Konzentration und nicht zuletzt die Beweglichkeit.
Polizeiverhör: Stellen Sie sich vor, Sie müssten in einer polizeilichen Ermittlung aussagen. Was haben Sie an den letzten vier Sonntagen zwischen 15 und 18 Uhr gemacht? Oder was gab es in der letzten Woche bei Ihnen zum Mittagessen? Vielleicht gehen Sie auch noch weiter zurück. Was haben Sie Ihrem Partner oder Ihren Kindern vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt? Das stärkt Ihr Erinnerungsvermögen.
Fingerspiel: Schauen Sie sich Ihre Hände an. Nun klappen Sie an der linken Hand Zeige-, Mittel und Ringfinger nach innen auf die Handfläche. An der rechten Hand legen Sie Daumen, Ringfinger und kleinen Finger nach innen. Nun wechseln Sie. Profis versuchen dies mit geschlossenen Augen oder steigern das Tempo. So trainieren Sie Koordination und Konzentration.
Balancieren: Sie kennen das Bild vom Seehund, der einen Ball auf der Nase balanciert. Machen Sie es ihm nach. Balancieren Sie – egal wo und egal mit was. Löffel, Lineal oder Besenstiel, auf Hand, Nase oder Fuß – Ihrer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollten Sie mit stabilen Dingen anfangen. Können Sie ein Lineal auf der Nase halten – dann versuchen Sie es doch mit einem Plastikbecher. Wenn Sie Gegenstände balancieren, stärken Sie Konzentration, Koordination und Gleichgewicht.
Wandbilder: Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer großen weißen Wand. Auf die Wand hat jemand nebeneinander in Augenhöhe eine riesige 0 und daneben eine ebenso große 8 geschrieben. Strecken Sie nun Ihren linken Arm aus und malen Sie die Null nach. Nun lassen Sie Ihren linken Arm sinken, heben den rechten und zeichnen die 8 nach. Lassen Sie den rechten Arm wieder sinken. Nun heben Sie beide Arme und malen zeitgleich mit links die Null und mit rechts die 8. Nach einer Weile wechseln Sie Ihre Hände. Das steigert Ihre Auge-Hand-Koordination. Mit diesen Übungen halten Sie Ihr Gehirn fit für den Alltag. Sie werden übrigens merken, dass regelmäßige Wiederholungen die Leistung Ihres Gehirns verbessern. Verlegte Alltagsgegenstände und vergessen Namen, auch das werden Sie feststellen, gehören für Sie bei ständiger Übung dann bald der Vergangenheit an.